DIY-Produktion Teil 1: Das Equipment – Was brauche ich?

Selbst aufnehmen, professionell mischen und mastern lassen – Dein Guide zur erfolgreichen DIY-Produktion

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Noch nie war es so einfach und erschwinglich, Musik aufzunehmen und zu veröffentlichen, wie heute. Gutes Aufnahme-Equipment ist bezahlbar und viele Bands und Künstler produzieren ihre eigenen Releases.
Und auch wenn ein gut klingender Aufnahmeraum, gepaart mit dem Gehör und der Erfahrung eines guten Engineers wohl auch so schnell nicht ersetzbar sein wird – wenn das Budget knapp ist, kann man definitiv zu erstaunlich beeindruckenden Ergebnissen kommen, sofern man bei der Proberaum-Aufnahme ein paar Dinge beachtet und die DIY-Produktion anschließend in die Hände eines professionellen Mixing- und Mastering-Engineers gibt.

In diesem ersten Teil beantworten wir die Frage, die euch wahrscheinlich zuerst beschäftigt: Was brauche ich dazu eigentlich?

Hier geht’s zu Teil 2 und Teil 3 dieser Serie!

Hier kommt eure Checkliste:

Computer
Beinahe jeder halbwegs aktuelle PC oder Mac hat genug Power um ganze Bandprojekte mit etlichen Spuren aufzunehmen. Solltet ihr einen neuen Rechner anschaffen oder bauen wollen, lasst euch vorher fachmännisch (von Audiospezialisten) beraten, damit ihr nicht unnötig zu viel Geld ausgebt.

Software
Vereinfacht gesagt benötigt ihr ein Programm, mit dem ihr mehrere Audiospuren gleichzeitig aufnehmen, zusammen abspielen und einzeln wieder exportieren könnt. Es gibt neben den Industriestandards wie “Pro Tools”, “Cubase/Nuendo” oder “Logic Pro”, einige sehr günstige und sogar kostenlose DAWs (Digital Audio Workstations), die alles können, was ihr für eure DIY-Produktion braucht. Sehr empfehlenswert, günstig und mittlerweile auch weit verbreitet ist beispielsweise das Programm “Reaper” der Softwareschmiede Cockos. Es steht den oben genannten, gängigen DAWs in nichts nach und bietet ein unfassbar gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Audio-Interface
Das Audio-Interface ersetzt die Soundkarte in eurem Rechner. Die integrierten Soundkarten haben weder die richtigen/genügend Anschlüsse, noch die Qualität, die ihr braucht um Audiosignale brauchbar auf eure Festplatte zu bekommen. Interfaces gibt es als PCI(e)-Karten + entsprechender Peripherie, oder als externe all-in-one USB- und Thunderbolt-Interfaces. Letztere empfehle ich für diesen Zweck, denn sie bieten alles, was ihr braucht in einem einzigen, mobilen Gerät. Sie bestehen im Wesentlichen aus vier Komponenten: – den Eingängen (Mikrofonvorverstärker, Line-Inputs, Instrumenten-Inputs) – den Ausgängen (für Lautsprecher und Kopfhörer) – den AD/DA Wandlern (wandeln die analogen Eingangssignale in digitale Signale um und umgekehrt) – der Schnittstelle zum Rechner (Neben USB und Thunderbolt gibt es noch weitere, aber diese beiden würde ich für die hier beschriebene Anwendung empfehlen) Eine genaue Empfehlung auszusprechen fällt ohne die Band, das Projekt und somit die Anforderungen zu kennen, natürlich schwer. Die Kandidaten unterscheiden sich in der Anzahl der Ein- und Ausgänge und der Ausstattung deutlich voneinander. Wenn ihr allerdings verstanden habt, was ein Audio-Interface ist und euch im Klaren seid, welche Features ihr für eure Produktion braucht, dann solltet ihr euch recht schnell zurechtfinden und die passende Kaufentscheidung treffen können. Qualitativ sind praktisch alle aktuellen Interfaces gut genug um nicht als Ausrede für schlecht klingende Aufnahmen durchzugehen. 😉

Monitorboxen (Lautsprecher) und Kopfhörer
Um vernünftig beurteilen zu können, was ihr aufnehmt, braucht ihr eine einigermaßen akkurate Abhöre. Am besten ein paar brauchbare Aktiv-Nahfeldmonitore und ein paar hochwertige, geschlossene Kopfhörer. Die Auswahl ist auch hier sehr groß. Geht am besten in einen Musikladen mit Recording-Abteilung, hört euch ein paar Lautsprecher an und lasst euch beraten.

Mikrofone
Für eine klassische Band-Besetzung reichen für den Anfang 3-4 dynamische Allround-Mikros (Shure SM57, Audix i5, o.ä.), ein dynamisches “Bassdrum-Mikrofon” (AKG D112, Audix D6, o.ä.) ein paar günstige Kleinmembran-Kondensatormikrofone (Røde NT5, Oktava mk 012, o.ä.) und ein preiswertes Großmembran-Kondensatormikrofon (Røde nt1-a, Sennheiser MK4, o.ä.). Mit dieser Ausstattung könnt ihr vom kompletten Drumkit, über Gitarrenamps bis hin zum Gesang alles aufnehmen. Alternativ zum Großmembran-Kondensatormikrofon (obwohl man das früher oder später eigentlich immer mal braucht) kommt auch ein dynamisches Großmembran-Mikrofon, wie z.B. das beliebte Shure SM7B, in Frage.

Verkabelung, Stative, Pop-Schutz, DI-Box, usw.
Von den Mikrofonen zum Interface benötigt ihr XLR-Kabel. Um bei Bass und Gitarren gleichzeitig ein Direktsignal zusätzlich zum Verstärkersignal aufzunehmen, solltet ihr euch eine DI-Box zulegen. Zur genauen Vorgehensweise erfahrt ihr dann natürlich mehr in einem der nächsten Teile dieses Guides. Außerdem benötigt ihr genügend Mikrofonstative und einen Pop-Schutz, der verhindert, dass beim Vocal-Recording störende Geräusche durch sogenannte Plosivlaute (“P”, “B”, “T”, usw.) in die Aufnahme gelangen

Diese Liste sollte alles beinhalten, was ihr an Equipment braucht, um hochwertige Aufnahmen im Proberaum zu machen. Was ihr noch braucht und welche Dinge es vor, während und nach der Aufnahme ansonsten zu beachten gilt, erfahrt in den kommenden Teilen dieses Guides. Viel Spaß beim experimentieren und ausprobieren!

Wenn ihr Fragen zu diesem Artikel habt, mir Feedback geben wollt, oder weitere Hilfe bei der Vorbereitung braucht, dann schreibt mir jederzeit eine e-Mail an benedikt@outback-recordings.com. Ich lese und beantworte alles!

Danke fürs Lesen und wenn euch das geholfen hat, checkt auf alle Fälle auch meine anderen Blog Posts, Guides, sowie meinen YouTube Kanal. Auf Facebook und Instagram könnt ihr mich und weiteren Content selbstverständlich ebenfalls finden.

Habt einen schönen Tag!

Benedikt Hain | Outback Recordings

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